Über die Dreharbeiten zu dem Film Aguirre-Der Zorn Gottes.

Info: Dieser Film ist ein Abendteurer-Film aus dem Jahre 1972.  Gedreht wurde er in Süd- und Mittelamerika, im Gebiet des Amazonas. Der Regisseur ist Werner Herzog. Der Hauptdarsteller ist Klaus Kinski.

Dies ist für mich der eigentliche Kernpunkt des Films. Klaus Kinski lebte von 1926 bis 1991. Er gilt als einer der besten Schauspieler aller Zeiten. Seine große Begabung als Schauspieler ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass er als Mensch schwierig und kompliziert war. Er war vom Charakter sehr aufbrausend und unangepasst. Er neigte oft zu unkontrollierten Wutausbrüchen und zu Tobsuchtsanfällen. Er beschimpfte dabei seine Mitmenschen, und wurde sehr laut und aggressiv. Allerdings konnte er auch feinfühlig und freundlich sein. Er hatte ein wechselndes Temperament und war unberechenbar.

Bevor Kinski „Aguirre“ drehte, hatte er eine Solo-Tournee gemacht. Er hatte auf Bühnen eine eigene Version von Jesus und des neuen Testaments vorgetragen. Kinski war Erzähler und spielte auch die Rolle als Jesus-Christus. Allerdings machte Kinski schon nach nur 2 Veranstaltungen Schluss. Das es Verträge und Abmachungen gab, interessierte ihn nicht. Eine dieser Aufführungen war aus dem Ruder gelaufen, da einige der Zuschauer störten und Unruhe stiften wollten. Kinski reagierte darauf, in dem er das Publikum anschrie und persönlich beleidigte. Er brach mehrfach die Show ab, und ging wütend hinter die Bühne. Nach 4 Stunden war Kinski mit seinem Programm fertig. Durch die „Pausen“ hatte alles so lange gedauert. Manche Zuschauer hatten Kinski auch absichtlich provoziert. Sie wollten nur erleben, wie er ausrastet. Es war allgemein bekannt, dass man Kinski schnell verärgern konnte.  Ich habe diese Show als Zusammenschnitt auf Youtube gesehen. Das ist alles nur krass und abgefahren.  Kinski war an diesem Abend jenseits von Gut und Böse.  Wer das  selbst sehen will: Dieses „Theaterstück“ heißt Jesus Christus-Erlöser.

Nun zurück zum Film Aguirre: Kinski wurde zur größten Schwierigkeit bei diesen Dreharbeiten. Es genügten schon Kleinigkeiten, dass er total ausflippte. Seine Laune war sehr wechselhaft. Es passierte häufig, dass Kinski seinen Regisseur anschrie und persönlich beleidigte. Regisseur Herzog versuchte so gut er konnte damit umzugehen, weil er ohne Kinski seinen Film nicht machen konnte. Aber die Situation am Drehort wurde im laufe der Zeit immer extremer. Kinski wollte irgendwann selbst Regie führen, weil er Herzog für unfähig hielt. Dann drohte Kinski damit, die Dreharbeiten abzubrechen und nach Hause zu verschwinden.  Aber Kinski merkte, dass er alleine nicht so einfach aus dem Urwald des Amazonas weg kam. Damit Herzog seinen Film zu Ende drehen konnte, zwang er Kinski mit Waffengewalt zur Weiterarbeit! Das war verrückt und der reinste Wahnsinn! Aber Kinski riss sich dann am Riemen, und legte eine geniale schauspielerische Leistung ab. Kinski war intelligent. Er konnte eine neue Szene sofort verstehen und umsetzen. Er brauchte immer nur einen Versuch. Wiederholungen und Proben waren für ihn nicht notwendig.

Werne Herzog drehte anschließend noch 4 weitere Filme zusammen mit Klaus Kinski. Jedes Mal sorgte Kinski dabei für Ärger und Streit. Die beiden hatten eine Art Hass-Liebe zueinander. In Interviews sprach Kinski mal gut und mal schlecht über Herzog, dies war immer abhängig von seiner Tagesstimmung.

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