Mit dem Rollstuhl unterwegs

Mit dem Rolli unterwegs :
wann immer ich mit dem Rolli unterwegs bin und ich geschoben werde habe ich das Gefühl ich tauche ab unter eine Glocke und bin nur noch Zuhörer .
Eine Frau überrennt mich . Ich halte sie fest damit sie nicht über mich und den Rolli fällt , sie steht auf schaut der person die mich schiebt ins Gesicht und sagt Entschuldigung ich habe es ganz übersehen ! Ich werde entweder garnicht oder in der dritten Person angesprochen . Es ist immer wieder ein abtauchen in eine andere Welt . In eine Welt der eigenen Sichtweisen und Perspektiven und in eine Welt in der ich das Gefühl habe ich bin nur stiller Beobachter . Oft nur wahrgenommen als Gegenstand den mein Begleiter vor sich hin schiebt . wir sind im Kaufhaus ich suche nach einer Hose und Frage die Verkäuferin nach einer bestimmten Größe…..die Antwort auf meine Frage erhalte nicht ich sondern mein Begleiter …
Erst wenn ich mich löse und alleine fahre werde ich plötzlich als jemand oder etwas wahrgenommen was scheinbar gerade den Weg versperrt….
Ich habe dann das Gefühl das unsere Gesellschaft noch lange braucht um uns Menschen mit Handicap vollwertig wahr zunehmen und zu integrieren und nicht nur als Hindernis anzusehen …
Ich begegne diesen Momenten unter meiner Glocke mit viel Humor aber es macht mich auch nachdenklich das wir in Wirklichkeit noch ein ganzes Stück entfernt sind von der völligen selbstverständlichen Normalität von der sich die Gesellschaft einbildet das sie schon längst existiert I

Hier seht ihr mich beim dieses Blogbeitrags:

5 Antworten auf „Mit dem Rollstuhl unterwegs“

  1. Ich sitze selbst nicht im Rollstuhl, habe aber Arbeitskollegen und Freunde, die im Rollstuhl sitzen. ich kenne deren Erlebnisse. Oft wird einem Rollstuhlfahrer auch Hilfe aufgezwungen, die er eigentlich nicht möchte.
    Sicherlich kennt Ihr diese Geschichte von der alten Dame, die zu Fuß unterwegs ist. Ein junger Mann bringt diese Dame einfach über die Straße, obwohl sie es gar nicht möchte.

  2. Hallo Dominik. Leider kann ich da nicht mitreden aber ich kann mich sehr gut da hinein versetzen. Es täte den Menschen gut sich ab und zu mal auf die andere Seite zu stellen und auch eine andere perspektive zu akzeptieren

  3. Hallo Dominik,
    das kann ich nur bestätigen. Meine leider erst kürzlich verstorbene Mutter saß im Rollstuhl, rechts Bein amputiert und wir haben so manche seltsame Situation erlebt…..
    Man hat aber auch teilweise das Gefühl gehabt sich für alles entschuldigen zu müssen. Echt traurig und unbedingt verbesserungswürdig. Allein die ganzen Hürden die man alleine kaum bewältigen kann. Fängt schon bei den unmöglichen Bürgersteigen an… aber das ist ein anderes Thema

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